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ernst jandl

ernst jandl

im anfang war das wort

meine katholische herkunft spielte wohl eine rolle, als ich die ersten worte des evangeliums nach johannes zum titel meiner webseite machte. hier will ich jedoch einem mann referenz erweisen, der wie wohl kaum ein anderer dichter des 20. jahrhunderts sprache und worte auf so konkrete art reflektiert hat:

ernst jandl, lyriker, hörspiel- und dramenautor,
geboren am 1. August 1925 in Wien,
gestorben am 9. Juni 2000 ebenda.

Man muss Ernst Jandl vorlesen gehört haben, um zu wissen, wie hinreissend es ihm gelungen ist, die schwierigste, modernste Form des literarischen Umgangs mit Sprache - das Lautgedicht, die konkrete Poesie, die lyrische Aufsprengung aller formalen Begrenzungen - zu etwas Charmant-Persönlichem, zu etwas unmittelbar Einleuchtendem, ja zu etwas geradezu Volkstümlichem werden zu lassen. (Charles Linsmayer im "Bund" vom 13. Juni 2000)

Sie finden hier gedichte von ernst jandl ('fortschreitende räude', 'lichtung' und zehn andere), einen hinweis zu ernst jandl auf englisch und einige links zu seiten über ernst jandl im internet.

als buch empfehle ich:
ernst jandl. das öffnen und schliessen des mundes. frankfurter poetik-vorlesung. sammlung luchterhand 567..

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lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht
velwechsern.
werch ein illtum!

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fortschreitende räude

him hanfang war das wort hund das wort war bei
gott hund gott war das wort hund das wort hist fleisch
geworden hund hat hunter huns gewohnt

him hanflang war das wort hund das wort war blei
flott hund flott war das wort hund das wort hist fleisch
gewlorden hund hat hunter huns gewlohnt

schim schanflang war das wort schund das wort war blei
flott schund flott war das wort schund das wort schist
fleisch gewlorden schund schat schunter schuns gewlohnt

schim schanschlang schar das wort schlund schasch wort
schar schlei schlott schund flott war das wort schund
schasch fort schist schleisch schleschlorden schund
schat schlunter schluns scheschlohnt

s-----------------------c--------------------h
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schllls-----------------c--------------------h
flottsch

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beginn des johannes-evangeliums (kap 1.1-14)

"im anfang war das wort, und das wort war bei gott, und gott war das wort. dieses war im anfang bei gott. alles ist durch es geworden, und nichts ist ohne es geworden. was geworden ist - in ihm war das leben, und das leben war das licht der menschen. und das licht scheint in der finsternis, und die finsternis hat es nicht ergriffen.
ein mensch trat auf, von gott gesandt, sein name war johannes. dieser kam zum zeugnis, damit er zeugnis ablege über das licht, damit alle durch ihn glaubten. er war nicht das licht, sondern er sollte zeugnis ablegen über das licht.
(das wort) war das wahre licht, das jeden menschen erleuchtet; es kam in die welt. er war in der welt, und die welt ist durch ihn geworden, und die welt hat ihn nicht erkannt. er kam in sein eigentum, und die seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er macht, kinder gottes zu werden, denen, die an seinen namen glauben, er, der nicht aus dem blute und nicht aus dem willen des fleisches und nicht aus dem willen des mannes, sondern aus gott geboren wurde. und das wort ist fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine herrlichkeit geschaut, eine herrlichkeit als des eingeborenen vom vater, voll gnade und wahrheit." (text der herder-bibel 1965)

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